Die schönsten Vororte von Hagenow…

… sollen an den Radrundweg angebunden werden

Pätow-Steegen Gaststätte im Ortsteil Steegen
© Amt Hagenow-Land

Wenn Bürgermeister Holger Maty an seine Kindertage in Pätow und die spätere Jugendzeit in Steegen denkt, erinnert er sich gern an zwei verträumte Dörfer mit Knüppeldamm und Sandwegen, mit Straßen, auf denen die Kinder nach heftigen Regenfällen barfuß kleine Papierschiffchen auf die Reise schickten. Er weiß noch ganz genau, wo freie Flächen zwischen den Häusern waren und Nachbarn trotzdem einen netten Plausch über den Gartenzaun hielten.

Heute ist einiges anders, schöne Häuser mit schmucken Gärten reihen sich aneinander, die Lücken von einst sind längst geschlossen. Große Höfe haben eine neue Nutzung und ein liebevolles Aussehen erhalten. Straßen und Wege sind befestigt und überwiegend in einem sehr guten Zustand. Geblieben ist das Bemühen, die derzeit knapp 400 Einwohner beider Ortsteile zusammenzubringen und in das generationsübergreifende Miteinander
einzubeziehen. Bei gemeinsamen Festen, gemeinsamen Entscheidungen und beim gemeinsamen Anpacken, wenn etwas zu tun ist.

„Die Gemeinschaft ist für uns sehr wichtig“, unterstreicht Holger Maty und führt als ein Beispiel das Gemeindehaus in Pätow an. Wenn Vera Sandfort hier werktags um 14 Uhr die Türen des Jugendclubs öffnet, dann freuen sich bis zu 20 Mädchen und Jungen, hier beim Lesen, bei Billard oder Tischtennis, auf dem Spiel- oder Bolzplatz oder eben am Computer ihre Freizeit gemeinsam verbringen zu können. Auch die Küche wird (zum Kochen oder Backen) gern in Beschlag genommen: Die Räumlichkeiten in der ehemaligen Schule bieten auch eine gemütliche Atmosphäre für die Kaffeetafeln der Senioren, für Frauentags- und Weihnachtsfeiern sowie eine Vielzahl von Festen aus privatem Anlass.

„Dafür haben wir als Gemeinde gern Geld in die Hand genommen. Der komplette Umbau zu einem Treffpunkt für alle Einwohner war ein lohnenswertes Ziel und ist uns gut gelungen“, sagt der Bürgermeister. Geld in die Hand genommen haben die Pätower und Steegener auch für eine vernünftige Infrastruktur. In Pätow ging das schon in den 90er Jahren los, Abwasserentsorgung, neue Straße, Beleuchtung der öffentlichen Wege – alles ist seit langem in einem guten Zustand.

In Steegen soll das auch so sein, seit 1992 müht sich die Gemeinde, das Vorhaben anzuschieben. Immer und immer wieder wurde darum gekämpft. Nach 20 Jahren trägt dieses Engagement Früchte: In drei Bauabschnitten wird bis 2014 die Straße erneuert, ein Geh- und Radweg gebaut und Straßenbeleuchtung installiert, kündigt der Bürgermeister an und sagt: „Dann sind unsere beiden Ortsteile die schönsten Vororte von Hagenow und das zu jeder Jahreszeit“. Ein Gemeindearbeiter hält die öffentlichen Flächen in Ordnung, sieht was zu tun ist und bringt sich mit handwerklichem Geschick ein. „Ich finde schon, dass ein gepflegtes Ortsbild dazu gehört, wenn man sich wohlfühlen möchte. Da ist natürlich jeder gefordert sich einzubringen und das klappt ganz prima, gerade auch mit den ortsansässigen Unternehmen“, sagt das Gemeindeoberhaupt dankbar.

Holger Maty schmiedet längst neue Pläne mit den Gemeindevertretern: „Wir hätten gern die Verbindungsstraße zwischen Pätow und Steegen erneuert. Ein entsprechender Antrag wurde leider abgelehnt.“ Deutlich besser sieht es mit einem weiteren Vorhaben aus: Ein neuer Radweg soll perspektivisch die beiden Ortsteile verbinden und weiter nach Toddin führen, damit werde die Gemeinde Pätow-Steegen an den Radrundweg um Hagenow angeschlossen und ist wieder ein Stück näher dran, zu den schönsten Vororten zu gehören.