Dem Schlosspark die alte Schönheit zurückgeben

Neues Bewusstsein lässt kleine Gemeinde aufblühen

Wie kaum eine andere Gemeinde ist Hülseburg von den Weiten der Mecklenburger Landschaft umgeben, aber auch im Ort grünt und blüht es: mit Bedacht angelegt und gepflegt in den Gärten, üppig, ja fast urwüchsig in einem Park. „Unser Schlosspark umfasst eine Fläche von acht Hektar, viele alte Bäume prägen den Charakter des einst als weitläufiger Garten des Gutshauses angelegten, später nach englischem Vorbild gestalteten Terrains“, erzählt die ehemalige Bürgermeisterin Brigitte Wolf, aber das sei lange her. Das Schloss gibt es seit Ende des letzten Krieges nicht mehr.Wildwuchs und Fehlpflanzungen aus den 1960er Jahren haben sich ausgebreitet. Das hält die Einwohner jedoch nicht davon ab, ihren  Sonntagsspaziergang genau hier zu machen.

Perspektivisch soll die riesige Anlage als eine Art Naherholungsgebiet fungieren, denn die Hülseburger wünschen sich jene Schönheit zurück, die Albert von Campe vor gut 170 Jahren begann, dem Park zu schenken. „Daran arbeiten wir“, bekennt die ehemalige Bürgermeisterin und verweist auf ein Konzept, das im Entstehen ist und auf den Verein Schlosspark Hülseburg in Gründung, der sich die Rettung des Kleinods auf die Agenda gesetzt hat. „Das ist eine langwierige Sache und viel Arbeit. Wir möchten nichts kaputt machen und nehmen deshalb gern Hilfe in Anspruch.“ 

Vor Ort berät Oberförster i. R. Willi Dechow jene, die bereit sind anzupacken, damit der Landschaftspark alte Schönheit zurückgewinnt. „Außerdem haben drei Studentinnen der Universität Hannover sich im Rahmen einer Projektarbeit mit der Materie befasst und einige Ideen eingebracht. Stück für Stück, mit leider nur kleiner Finanzausstattung, dafür umso größerem Ehrenamt geht es voran“, sagt die ehemalige Bürgermeisterin.

Obwohl oder gerade weil Hülseburg nur rund 170 Einwohner hat, hält die Gemeinschaft zusammen. „Ein neues Bewusstsein ist entstanden“, meint Brigitte Wolf. „Die Hülseburger lassen sich nicht lange bitten, sie sind immer zur Stelle, wenn es etwas zu tun gibt“, lobt sie den Einsatzwillen ihrer Mitbürger. Ob Bushaltestellen hergerichtet werden müssen, der Sportplatz auf Vordermann zu bringen ist oder die Kita einen neuen Zaun braucht – auf die Einwohner, allen voran die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ist stets Verlass.

Der Ort hat in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten ein neues Gesicht bekommen. Immer mehr Grundstücke sehen sehr schön aus. Neue Leitungen wurden verlegt, Straßen und Wege sind in gutem Zustand. Die Kirche, eigentlich als Grabkapelle derer von Campes errichtet, wird seit ihrer zweiten Weihe an Pfingsten 2009 von Einwohnern der Gemeinde betreut. Buchstäblich in letzter Sekunde war es gelungen, den 1870 errichteten und 1953 erstmals als Kirche geweihten Sakralbau zu retten. Wegen Einsturzgefahr bereits gesperrt, drohte der Abriss. „Dank der Unterstützung der Initiative ,Dorfkirchen in Not‘, der Denkmalpflege und vieler Fördermittel war die Rekonstruierung durch Fachleute möglich. Heute können hier wieder Taufen und Hochzeiten sowie Gottesdienste gefeiert werden.

An dieser Stelle ist es bereits gelungen, ein Stück alter Schönheit zurückkehren zu lassen. Im Schlosspark wird uns das auch noch gelingen“, hofft Brigitte Wolf.