Ein kleines gallisches Dorf

Selbstbewusst die besten Wege für die Dorfentwicklung finden

Um es gleich richtig zu stellen: Asterix und Obelix sind nicht nach Mecklenburg gezogen, aber die Gemeinde Hoort hat manche Gemeinsamkeit mit dem kleinen gallischen Dorf, in dem die Comic-Helden zu Hause sind. Das beschauliche Leben in den Ortsteilen Hoort und Neu Zachun ist geprägt vom Bestreben, eigene Wege zu finden, um das Miteinander in den Dörfern angenehm zu gestalten. „Geht nicht – das gibt es bei uns nicht“, sagt Bürgereisterin Iris Feldmann und ist gänzlich ohne die sonst üblichen Sprechzeiten eines Bürgermeisters immer zur Stelle, wenn irgendwo der Schuh drückt, etwas geregelt werden muss oder die Gemeinde einen neuen Plan hat, da lässt sie sich auch nicht die Butter vom Brot nehmen.

„Wir sind eine der wenigen Gemeinden, die eine dezentrale Abwasserentsorgung durchgesetzt haben. Für uns war das die bessere Lösung und deshalb haben wir dafür gekämpft.“ Anders als in den umliegenden Gemeinden hat man bislang in Hoort auch auf die Ausweisung von Gewerbegebieten und großflächigen Bauplätzen verzichtet. Stattdessen wurden Lücken behutsam geschlossen und viele der alten Häuser durch aufwändige Sanierungen zu neuem Leben erweckt. Die Einwohnerzahl blieb konstant – vermehrt jüngere Leute zog es ins Dorf: Heute leben knapp 600 Menschen in der Gemeinde.

„Wir wollen es einfach nur schön haben hier bei uns und versuchen, mit den wenigen Mitteln, die zur Verfügung stehen, die Vorhaben nach und nach umzusetzen“, erklärt Iris Feldmann. Mit Enthusiasmus beteilige man sich seit dem Jahr 2000 am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“. „Wir sind eben einfach stolz auf unsere schönen Dörfer. Viele packen mit an, wenn der Kindergarten einen neuen Zaun braucht oder die Spielgeräte nach neuer Farbe verlangen“, freut sich Iris Feldmann.

Dank des Einsatzes von Fördermitteln ist es gelungen, manches bereits umzusetzen, die Straße am Schulacker und die Buswendeschleife gehören dazu. Zwei große Sportplätze, zwei Friedhöfe, Treffpunkte für Jung und Alt, eine Gaststätte, zwei aktive Feuerwehren mit einer gemeindeübergreifenden Jugendgruppe und der starke Zusammenhalt, den es auch bei den kleinen Comic-Helden gibt – viel mehr wollen die Menschen gar nicht.

Projekte für die Zukunft finden sich am Moraaser Landweg und am Dorfplatz. Mit dem Gutshaus müsste etwas passieren, bevor es vollends verfällt.
Und dann ist da noch der Radweg, der die beiden Ortsteile verbinden könnte. Wohl bemerkt könnte, denn trotz Aufnahme in den Kreisradwegeplan ist eine Realisierung nicht in Sicht, das ärgert die Bürgermeisterin, die gern die von Bandenitz über Neu Zachun kommende Verbindung bis nach Hoort weiterführen möchte.

Nicht nur für die Einwohner, sondern auch für Gäste und Urlauber, die das Badevergnügen im Baggersee, sportliche Aktivitäten auf der Wasserskianlage oder die großen kulturellen Events eben hier genießen. Genießen ist wiederum ein gutes Stichwort, denn ein bisschen Luxus leisten sich die Hoorter schon, gibt die Bürgermeisterin zu. „Wir haben einen attraktiven Kindergarten mit 30 Plätzen, der erst im vergangenen Jahr mit Herzblut saniert wurde. Wir haben einen Gemeindearbeiter, der sich um die vielen Grünflächen kümmert, für Ordnung und einen guten Zustand des gemeindlichen Besitzes sorgt.

So lange wir irgendwie können, werden wir darauf nicht verzichten.“ Damit es auch in Zukunft schön ist…