Die Schule ist der Fels in der Brandung

Nachhaltige Gemeindeentwicklung spricht alle Einwohner an

031 Schulgebäude
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„Etwas über Gammelin berichten? Ja, wo soll ich da anfangen? Bei uns ist doch immer etwas los.“ Bürgermeister Manfred Kebschull streicht sich durch die kurzen Haare. „Sportfrauen, Kirchgemeinde, Feuerwehr, Seniorentreffen, Dorfclub, Kultur und Kunst, Adventsmarkt, Ausflüge nach Ostfriesland, in den Harz oder Spreewald für alle, die mitfahren wollen… Seit einigen Jahren gibt es im Februar ein besonderes Treffen, um alle Aktivitäten der Gemeinde zu koordinieren... „Das muss sein, die Zahl der Veranstaltungen, Begegnungen und Aktionen ist riesig. Diese Vielfalt macht unsere Gemeinde aus.“ Sie zeugt vom Zusammenhalt in einem der schönsten Dörfer Deutschlands. Schließlich beteilige sich Gammelin regelmäßig am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ und habe 2004 sogar das Bundesfinale erreicht. „Es gibt durchaus weiteres Entwicklungspotenzial, dafür lohne es sich zu kämpfen“, sagt Kebschull... „und wir sind kampferprobt“, gibt der Bürgermeister zu verstehen.

Er lenkt seinen Blick auf etwas, was für Gammelin fast steht wie ein Symbol: die Schule. Sie im Ort zu erhalten, den Kindern beste Lernbedingungen und kurze Wege zu ermöglichen, das ist den Einwohnern der 500-Seelengemeinde ein Herzensbedürfnis. Aus gutem Grund…

Die Aktivitäten der Schule sind eingebettet in alle gemeindlichen Aktionen. Mehr als 70 Mädchen und Jungen lernen in Gammelin. Sie leben Demokratieerziehung und Umweltbewusstsein, setzen kulturelle Akzente und pflanzen regelmäßig den Baum des Jahres. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde beträgt deutlich über zehn Prozent. „Kinder sind der Grundstock für unsere Zukunft. Ich finde schon, dass das Land, aber auch wir gefordert sind, etwas dafür zu tun, dass die jungen Menschen in der Region bleiben“, sagt Manfred Kebschull. Gemeinsam schreitet man zur Tat, machte sich sogar auf den Weg ins Bildungsministerium, um das Fortbestehen der Kleinen Grundschule auf dem Lande zu sichern. Mit Erfolg.

Damit das nicht wieder in Frage gestellt wird, sind weitere Pläne in Sicht. Nachdem 2010 eine Photovoltaikanlage auf dem Schuldach in Betrieb genommen wurde, sind jetzt eine teilenergetische Sanierung der Schule und die Modernisierung der sanitären Anlagen vorgesehen. Ein Anbau soll noch bessere Voraussetzungen schaffen, um den Anforderungen an eine inklusive Schule gerecht zu werden.

Die Kinder ziehen mit, interessieren sich für das, was passiert. Grundschüler beteiligen sich am Umweltwettbewerb, mehrfach haben sie erste Plätze beim Abfallvermeidungs-Preis erreicht. Mit dem Umweltpreis des Landkreises Ludwigslust wurde die Schule mehrfach geehrt, Nachhaltigkeit ist hier schon früh ein Thema. Das passt wiederum in das Streben der Gemeinde Gammelin, ein Bioenergiedorf zu werden. Zusätzliche kommunale und private Anlagen können künftig einen Beitrag leisten, um den Energiebedarf des Dorfes zu decken. „Wenn dann noch Energie übrig ist“, lacht Manfred Kebschull, „dann setzen wir neue Ideen um.“

Dem Sport- und Festplatz in Gammelin, dem Platz der Begegnung im Ortsteil Bakendorf und auch dem schon lange bestehenden Gemeindezentrum lassen sich bestimmt noch weitere nachhaltig wirkende Projekte hinzufügen.