Der Ball muss rollen…

„Preußen“ kicken in der Griesen Gegend mit wieder zunehmender Begeisterung

Ob es einmal preußische Soldaten oder Polizisten in Bresegard gab, die sich für die körperliche Ertüchtigung engagierten, ist nicht wirklich belegt, wohl aber, dass mit sportlichen Aktivitäten an diesem Ort in früheren Zeiten der Name „Borussia“ verbunden war. „Daran“, so Günter Schult, Mitbegründer und Vorsitzender des 1985 ins Leben gerufenen SV „Borussia“ Bresegard-Moraas, „habe sich ein älterer Mitbewohner erinnern können, so kam das Preußische im Namen zurück und ist geblieben.“ Bis heute, freut sich der ehemalige Bürgermeister Klaus Weinreich. Mit Höhen und Tiefen – wie das eben so ist. Es gab Läufer und eine allgemeine Sportgruppe, auch Popgymnastik wurde betrieben.

Über all die Jahre waren es jedoch die Fußballer, die als „Borussia“ der Griesen Gegend für Aufmerksamkeit sorgten. Ende der 90er-Jahre habe man sich aufgrund rückläufiger Kinderzahlen und geringeren Interesses entschlossen, die Fußballabteilungen von Bresegard und Moraas zusammenzulegen. Eine schlagkräftigere Truppe ist entstanden, der Name der Nachbargemeinde wurde dem Vereinsnamen hinzugefügt. Bis 2009 konnten so fünf Altersgruppen allein im Nachwuchsbereich auflaufen.

Mehrere Jahre lang war die kleine Gemeinde im Bezirksverband West vertreten – eine beachtliche Leistung. Bis zu 60 Mitglieder zählt der Sportverein heute, eine Spende ermöglichte neue Spielkleidung für die rund 25 Aktiven. Bei der Nachwuchsarbeit gehe es wieder bergauf: „Über Pfingsten wurde mit viel Ehrgeiz der Familie Zander ein zweitägiges Fußballcamp organisiert. Knapp 20 Mädchen und Jungen erlebten hier volles Programm. Mit von der Partie war auch ein ehemaliger Spieler unseres Vereins, den seine sportliche Laufbahn bis zum Traditionsverein Rot-Weiß-Essen geführt hat. Gemeinsame Spiele und eine Autogrammstunde mit Vincent Wagner waren für unsere Kinder ein echtes Erlebnis“, berichtet Günter Schult. Eine Wiederholung für das nächste Jahr sei bereits angedacht. Die Bürgermeisterin braucht sich keine Sorgen machen, dass das nicht klappen könnte. „Solche Höhepunkte sind Selbstläufer bei uns. Einwohner bringen eigene Ideen ein und setzen diese dann tatkräftig um. Für die Gemeinde ist mit diesem Engagement wenig Aufwand verbunden. „Das ist toll“, sagt Klaus Weinreich, wenn die Sportler zu schätzen wissen, dass ihre Gemeinde ebenso viel Einsatz zeigt.

Ein attraktiver, gepflegter Platz mit Sportlerheim und allem, was für den Spielbetrieb und die regelmäßig bis zu 60 Zaungäste notwendig ist, gehört in Bresegard zum guten Ton. Ein bisschen lauter wird es, wenn Zweiräder und Quads auf einer Motorcross-Strecke ihre Runden drehen. „Diese Veranstaltungen gehen auf eine private Initiative zurück und erfreuen sich großer Beliebtheit, bei den Teilnehmern wie bei den Besuchern“, sagt Klaus Weinreich.

Dass Auswärtige über das Rundlingsdorf Bresegard mit liebevoll sanierten Häusern sagen, es sei eines der Schönsten in der Region, hört man gern. Der Bürgermeister gibt das Lob weiter an jene der 320 Einwohner, die sich dafür eingebracht haben. Die Gemeinde selbst hat mit kluger Politik beigetragen, das Dorfbild zu erhalten, hat sich bemüht, leerstehenden Wohnraum zu vermitteln und Lücken sanft zu schließen. Große Wohngebiete sucht man vergebens.

Wirtschaftliche Ansiedlungen finden sich eher am Rand des Dorfes: Verschiedene Geflügelmastanlagen sind Arbeitgeber, von den Biogasanlagen sollen im Rahmen eines kommunalen Wärmekonzeptes bald alle Einwohner einen Nutzen haben.