Wo man singt, da lass‘ dich nieder…

Zahlreiche Firmen sind die gute Basis für ein aktives Gemeindeleben

Mehrsätzige Chorwerke großer Meister sind nun gar nicht das Metier der Bobziner Singegruppe. Die mehr als 20 Frauen, die sich alle 14 Tage oder bei Bedarf auch öfter zum Einstudieren neuer Weisen treffen, mögen eher volkstümliche Lieder. Auch moderne Klänge und manche eigene Komposition von Rosi Elwert gehören dazu, wenn sich die Damen für einen Auftritt rüsten. „Vor allem macht es viel Spaß und Freude, wenn wir  zusammenkommen, zu Proben und Auftritten, zu Ausflügen und Feiern“, sagt Gundula Ullrich. Die Musikpädagogin steht seit fast 20 Jahren Chorleiterin Renate Vieth, die zu den Gründungsmitgliedern des seit 1969 bestehenden Ensembles gehört, mit feinem Gespür für Noten und Töne zur Seite.

Sie ist sehr froh, dass sich gegenwärtig auch jüngere Frauen für das Singen begeistern lassen. Die Gruppe wächst, neben Bobzinerinnen kommen weitere Mitstreiterinnen aus Hagenow und Hoort, aus Alt oder Neu Zachun und anderen Orten. So verwundert es nicht, dass zu den fest eingeplanten Auftritten in der eigenen Gemeinde viele gesellschaftliche Anlässe, Feiern und Jubiläen in der Region den Terminkalender der Bobziner Sängerinnen bestimmen. „Anno 2012“, so weiß Gundula Ullrich zu berichten, „habe es nicht einmal eine Sommerpause gegeben, es ist schon eine Anerkennung, wenn wir als eine Art musikalisches Präsent gebucht werden.“ Anerkennung gebe es auch im Ort. Das Frühlings- und Herbstsingen sowie die kulturelle Begleitung der Seniorenweihnachtsfeier sind für die Bobziner Singegruppe eine Selbstverständlichkeit und stets gut besucht. Nicht als selbstverständlich, sondern als ausgesprochen großzügig empfinden die Sängerinnen die Unterstützung, die sie von der Gemeinde bekommen.

„Wir können im Gemeindehaus einen Raum für unsere Proben unentgeltlich nutzen. Das ist ein großes Glück, die finanziellen Zuwendungen für unsere Arbeit helfen enorm“, findet die musikalische Leiterin der Gruppe. Die Frauen müssen nicht nur bei Stimme bleiben, sie bringen auch gestalterisches Können in ihre Auftritte ein, die bis zu Mini-Playback-Shows reichen. „Grundlage für diese und viele andere Aktivitäten in der  Gemeinde Bobzin sei das hier angesiedelte Gewerbe“, sagt Bürgermeister Axel Pamperin. „Bei uns sind mehr als 20 Firmen gemeldet – vom Metallbau bis zur Markisenherstellung, von der Entsorgung bis zur Verkehrsabsicherung, von der Landwirtschaft bis zum Handwerk.All diese Unternehmen sichern unserer Gemeinde Beschäftigung und Einnahmen“, freut sich der Bürgermeister. Die Nähe zur Autobahn 24 sei sicher von Vorteil und mache den Standort attraktiv.

Das Anfang der 90er-Jahre errichtete Gewerbegebiet mit einer Fläche von einigen Hektar war schnell gefüllt, eine Erweiterung lässt auf neue Ansiedlungen hoffen. Es könnte vielleicht auch die Zahl der derzeit rund 300 Einwohner steigern. Denn: „Wo man singt, da lass dich nieder… Böse Menschen kennen keine Lieder!“