„Was möglich war, haben wir gemacht“

Neue Chronik wird zum Dorf-Jubiläum vorbereitet

Wenn 2013 pünktlich zur 650-Jahrfeier von Belsch eine neu aufgearbeitete Chronik vorgelegt wird, spielen Daten und Ereignisse der Vergangenheit sicher eine große Rolle. Auch im Festumzug könnte das ein oder andere Bild vorkommen, das von den Erlebnissen früherer Generationen kündet.

Und da habe es manches gegeben, das für den erstmals am 14. August 1363 erwähnten Ort Belsch und auch für das Nachbardorf Ramm von Bedeutung war, weiß Bürgermeister Dieter Friedrichs: „Verheerende Flugsandbewegungen, die Folgen von Kriegen und Pest sowie ein großer Dorfbrand haben immer wieder Neuanfänge in dem als Ritterdorf gegründeten Ort notwendig gemacht.“

Neuanfänge wurden auch nach der Wende gewagt. „Was möglich war, haben wir gemacht“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf Veränderungen in der Infrastruktur der Gemeinde. Besonders freut ihn, dass viele der etwas mehr als 230 Einwohner die Chance beim Schopf gepackt haben, Dank der zur Verfügung stehenden Fördermittel aus dem Programm der Dorferneuerung ihre Häuser zu modernisieren. „Von 1992 an bis Anfang 2000 haben etliche Gebäude neue Fassaden, Dächer und Fenster bekommen. Es wurde eine Menge investiert.“

Auch die Gemeinde selbst packte an und sorgte für die Erneuerung von Straßen und Wegen. Die ehemalige Schule, die Gemeinderäume und bis Anfang der 90er-Jahre auch den Kindergarten und noch etwas länger einen Jugendclub beherbergte, wurde nach und nach umgebaut. Entstanden ist ein Gemeindehaus, dass heute den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, der Gemeindevertretung und allen Einwohnern für Aktivitäten unterschiedlichster Art die Türen öffnet.

Hier kommt wöchentlich der Chor zu seinen Proben zusammen. Die Senioren sind regelmäßig zu Gast und viele Bewohner nutzen das freundliche Ambiente zum Feiern. „Geselligkeit sei wichtig“, betont Dieter Friedrichs, „wenn viele wegen der Arbeit die Dörfer verlassen müssen und erst am Abend zurückkehren.“ Dann trifft man sich auf ein Feierabendbier am Getränkestützpunkt, freut sich auf das traditionelle Erntefest, das Oster- oder Herbstfeuer, welche die Feuerwehr organisiert. „Für uns ist es wichtig, dabei die älteren Mitbürger nicht zu vergessen, ihr Anteil ist in unserer Gemeinde relativ hoch. Aber ebenso groß ist auch das Bedürfnis teilzuhaben und zu erfahren, was es hier bei uns an Neuigkeiten gibt“, weiß der Bürgermeister.

Dann und wann gibt es Neues zu berichten. So wird künftig ein weiteres Unternehmen das wirtschaftliche Engagement von zwei Landwirtschaftsbetrieben, einigen Handwerkern und Gewerbetreibenden in der Gemeinde ergänzen: Etwas außerhalb von Belsch, inmitten von Feldern gelegen, entsteht eine große Halle, in der schon bald frische Hühnereier gelegt werden sollen. Gibt es weitere Pläne?

„Große Sprünge sind nicht mehr drin“, räumt der Bürgermeister ein. Der Finanzhaushalt der Gemeinde sei zwar noch ausgeglichen, aber schon kleine Reparaturen würden ins Gewicht fallen. „Ob defekte Feuerwehrspritze oder Verschleiß an den Straßen, leichter wird es künftig nicht, die notwendigen Maßnahmen zu realisieren. „Ich wünsche mir deshalb, dass wir den erreichten Stand der Gemeindeentwicklung erhalten können“, sagt Dieter Friedrichs.